Es geht los!

Es ist soweit: Am Montag springe ich wirklich und wahrhaftig in eine neue berufliche Zukunft – das Referendariat beginnt! Ich bin gespannt, voller Neugier und voller Vorfreude.

Ich lasse 12 Jahre Wissenschaft hinter mir. Es war eine gute Zeit! V.a. die ganz selbstverständliche internationale Zusammenarbeit, das Gefühl in einer im positiven Sinn globalisierten Welt zu agieren, werden mir fehlen*. Ich würde diese Jahre niemals gegen einen geradlinigeren Einstieg in den Schuldienst eintauschen. Trotzdem und gerade deshalb: Der Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt fühlt sich einfach richtig an!

Seit langem träume ich davon zu unterrichten, meine Begeisterung für informatisches Denken weiterzugeben, und habe deshalb immer wieder über einen möglichen Seiteneinstieg ins Lehramt nachgedacht.  Wegen des traurigen Zustands des Schulfachs Informatik am allgemeinbildenden Gymnasium hier in Baden-Württemberg (darüber wird in diesem Blog sicher noch zu reden sein) habe ich diesen Wunsch aber immer wieder fallengelassen. Er kam jedesmal zurück. Und mit der Zeit ist mir klar geworden, dass mein Wunsch mehr beinhaltet als nur die Vorstellung, ein bestimmtes Fach zu unterrichten, sondern dass es mir ganz grundsätzlich Freude machen würde, mit Jugendlichen zu arbeiten, ihnen etwas mitzugeben, fachlich und hoffentlich darüber hinaus.  Mich fasziniert dieser ganze Mikrokosmos Schule, mit seiner Breite und seinen zahlreichen Experten auf verschiedensten Gebieten, seinen vielfältigen Möglichkeiten für Engagement, mit seiner unlöslichen Verbindung auch Fachlichem und Menschlichem (die in der universitären Lehre meistens komplett fehlt). Das Beste am Lehrersein ist, so vermute ich, das sichere Wissen, etwas Sinnvolles zu tun.

So, und jetzt werde ich mich erstmal einen ganzen Monat („Kompaktphase“) ins Studienseminar setzen, zuhören und lernen! Für manchen, der gerade frisch aus dem Studium kommt, mag das nicht sonderlich verlockend klingen – ich werde es genießen!

Zum Schluss noch eine Frage, liebes Internet:

Was rätst du einem Lehrerlehrling wie mir? Wie soll ich die Sache angehen? Was sollte ich tunlichst vermeiden, was unbedingt tun?

Die ersten 131 Ratschläge habe ich schon gefunden:

Über weitere in den Kommentaren freue ich mich sehr!

*Mein Englisch hat wohl damit seinen Zenit erreicht – vielleicht sollte ich mir einen englischsprachigen book club oder sowas suchen, um es nicht zu einer passiven Fähigkeit schrumpfen zu lassen.

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7 Gedanken zu „Es geht los!

  1. Ich bin sehr gespannt auf erste Berichte.
    Ich befürchte bei meinem bevorstehendem Sprung Ernüchterung und Frustration und bewundere deinen Idealismus. Oder beneide? So oder so, ich bin gespannt!!!

    • Hallo Tom! Ich habe diese Befürchtungen auch. Ja, ich bin sogar ganz sicher, dass viele meiner Vorstellungen in gewisser Weise blauäugig sind. Aber ich versuche, es mit Pippi Langstrumpf zu halten und mir die (Schul-)Welt zu machen, wie sie mir gefällt 😉 Besser als zum „moaner and bitcher“ zu werden (s. Slide 30) ist das allemal!
      Du hast also etwas Ähnliches vor?

      • Hallo Embee, ja ich hab auch das Schwimmen ohne Schwimmflügel noch vor mir. Ref steht kurz vor der Tür.
        Hab mich neulich mal näher mit dem Thema Burn Out bei Lehrern beschäftigt, und für mich so mitgenommen, dass eine realistische Erwartungshaltung vor starker Enttäuschung schützen kann.
        Grad kau ich im Hirn auch hin und her obs in der Wissenschaft nicht auch schön wär 😉

  2. Ich bin schon auch sehr gespannt und freue mich. Klar, Abstriche muss man machen, aber neugieriger Enthusiasmus (der also bereit ist, auf Unerwartetes zu stoßen) ist ein guter Anfang,

  3. Und wie war der Erste Tag? Für mich, die gerade frisch aus dem Studium kommt, hören sich die kommenden drei Wochen einerseits furchtbar an, andererseits weiß ich, dass ich alles gebrauchen kann. Ich fühle mich noch so, als würde ich bald als Nichtschwimmer ins kalte Wasser geworfen. Hoffentlich bekomme ich in den nächsten drei wochen zumindest ein paar Schwimmflügel und ein gutes Schwimmtraining geboten.

    • Der erste Tag war ähnlich wie deiner, nur ohne inspirierende Rede – also eher dröge. Sehr viel Formales (Wie macht man eine Reisekostenabrechnung?), wenig Grundsätzliches und Motivierendes. Schade. (Das Argument war, bei unserem einzigen Termin als Gesamtjahrgang diese Dinge möglichst so zu klären, dass nur noch das Unvermeidliche schiefgeht. Kann ich auch verstehen.) Heute nachmittag zum ersten Mal Fachdidaktik, morgen Pädagogik/Psychologie – das klingt doch schon besser.

      • Stimmt, die Reisekostenabrechnung etc. kam unter dem gleichen Argument auch dran. Nachvollziehbar, trotzdem nervig.
        Pädagogik heute hat mich aber positiv überrascht! Freu mich schon irgendwie total auf die nächste Sitzung 😀

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