Meine ersten Ferien

So, die ersten drei Wochen an der Schule sind rum – Zeit zum Durchatmen und für eine kleine Zwischenbilanz.

Ich habe in dieser Zeit

  • 8 Tage im Unterricht verbracht,
  • 3 Tage am Seminar und
  • 2 Tage an den Schulen meiner Fachleiter.  Ach ja, und
  • 1 pädagogischen Tag habe ich auch schon erleben dürfen!

Ich habe in den acht Tagen an der Schule

  • ca. 20 Stunden hospitiert,
  • 5 Stunden unterrichtet,
  • darür jeweils zwischen 10 und 2 Stunden vorbereitet (zum Glück waren es 10 bei der ersten und 2 bei der letzten Stunde – ich werde bereits effizienter!)
  • 2 Wochenenden gehabt, an denen ich „wie ein echter Lehrer“ ab Sonntag nachmittag wieder am Schreibtisch saß – aber andererseits natürlich auch das herrliche Freitagnachmittagsfreiheitsgefühl auskosten durfte
  • und schon einige ziemlich schlaflose Nächte verbracht, weil mich Schulgedanken aller Art wachhielten.

Ich muss zugeben: Das alles ist durchaus so anstrengend, wie man immer hört! Und ich bin etwas weniger entspannt bei Vor- und Nachbereitung, als ich gehofft hatte…  (Allerdings habe ich auch an vier von bisher acht Unterrichtstagen unterrichtet – das ist, nach allem, was ich von den Mitreferendaren höre, nicht wenig.)

Wie neulich schonmal erwähnt, lag es wohl v.a. an meinen unterschwelligen Erwartungen, dass ich den Anfang doch als kleinen Schock erlebt habe: Ich dachte, ich lerne zuerst einmal die Schule, die Kollegen und ein paar Klassen kennen, schaue mir ein paar gute und vielleicht auch nicht so gute Stunden an, so dass ich schon einigermaßen weiß wie der Hase läuft, bevor ich dann selbst loslege.  Dann wurde ich unversehens in der Oberstufe ins kalte Wasser geworfen, was mich fachlich, technisch und natürlich in erster Linie pädagogisch voll gefordert hat.  Inzwischen bin ich recht froh darüber, so eingestiegen zu sein: Es lief alles ziemlich gut – und wesentlich anders/besser wäre der Anfang ein paar Wochen später sicher auch nicht ausgefallen

Und heute? Heute ist mein erster Ferientag als Lehrer*! Ich ernte die wohlverdienten Früchte meines (rein nach bisher unterrichteten Stunden gerechnet) ca. 1/15-Deputats (oh Mann!) und fahre morgen, wie es sich für einen echten Lehrer gehört, mit dem Rest der Familie Bee erstmal in Urlaub!

Vielleicht komme ich ja in den Ferien dazu, ein bisschen zu bloggen.  Es gibt viel Interessantes zu erzählen, z.B. über Curricula und Bildungswege, die Besonderheiten des baden-württembergischen Schulwesens, über die wirklich hervorragende technische Ausstattung und Software, die an meiner Schule verwendet wird, usw usf.   Vorher muss ich aber auch endlich mal ein Buch von Hilbert Meyer lesen – und freue mich drauf.  Inititationsriten sind wichtig! Ich muss mir ja nicht unbedingt die handgezeichneten Poster aufs Klo hängen wie die Referendare früher, oder…?

*Mein Schulort ist eine Hochburg der Fasnet (so heißt das hier) und an Unterricht ist vom „Schmotzigen“ bis zum Aschermittwoch (inkl. Nachwehen) nicht zu denken.  Die Schule hat da wohl schon diverse Varianten ausprobiert und ist inzwischen dazu übergegangen, sämtliche beweglichen Ferientage einfach an Fasching, pardon, Fasnet, zu verballern.  Schade z.B. um den potentiellen Brückentag am 30. April – aber sei’s drum! Narri, Narro!