Twitteridee und Twitteridum

Liebe Lesende, sehr verehrte Mittwitterer,

jetzt bin ich also seit ungefähr einem Monat nicht nur Blogger, sondern auch Twitterer.  Ich hatte vorher schon einen anderen Twitter-Account, aber nur zum (unregelmäßigen) Lesen, nie zum Schreiben.  Ich habe Twitter als passives Informationsmedium genutzt, hin und wieder, und war damit ganz zufrieden.

In Verbindung mit dem Blog macht Selbertwittern plötzlich viel mehr Sinn: Eine schnelle Rückmeldung hier, einen interessanten Link posten da – gar nicht so schlecht! Macht Spaß! Und dann sogar mal ein Retweet, eine Favorisierung, eine Antwort. Schön!

Und ich denke: „Wenn man erstmal den Mund aufmacht in einer Konversation, dann hört man besser auch aufmerksam zu, oder?“  Und lese…

Aber, liebe Mittwitterer, dieses irre Grundrauschen – wie kommt ihr damit klar? Will ich alles lesen, bin ich beschäftigt wie zu meinen schlimmsten Zeiten als Spiegel-Online-Junkie*.  Lese ich nicht alles, verpasse ich im Rauschen bestimmt den einen Link, den treffenden Kommentar, den ich gerne gelesen hätte.  Da ich mich inzwischen ja fast nur noch mit Schule beschäftige und kaum noch mit Musik, Literatur, Filmen, amerikanischen Fernsehserien, KI, Clojure, generativer Kunst, usw., lese ich den zweiten Account auch gar nicht mehr. Schade, irgendwie. Aber zurzeit wäre das nur noch mehr Rauschen.

Vielleicht nutze ich Twitter ja bisher falsch. Gut möglich. Dass ich es überhaupt nutze, unterscheidet mich von meinem gesamten Bekannten- und Freundeskreis! Auch von den zehn Jahre jüngeren Mitreferendaren, erstaunlichweise. Woran das liegt? Sie haben schlicht „keine Zeit dafür“.  Das finde ich einerseits kein ausreichendes Argument, denn ich müsste viel fernsehen oder Tageszeitung lesen (was meine Freunde alle tun), um viele der Informationen zu finden, die ich von den freundlichen Mitmenschen auf Twitter auf dem Silbertablett präsentiert bekomme.  Andererseits verstehe ich das Argument vollkommen: Jede Minute auf Twitter ist eine, die ich nicht mit den Kindern, der Ehefrau, einem guten Buch, einer kreativen Tätigkeit oder – äh, vielleicht hätte ich das an den Anfang stellen sollen – der Unterrichtsvorbereitung verbringe.  Statt dessen verfolge ich Mikro-Selbstgespräche, die manchmal in kurze Dialoge münden, meistens aber im Nichts bzw. im Hintergrundrauschen verhallen. Oder kommt mir das nur so vor?

Ich bin, wie ihr seht, sehr gespalten.  Bloggen: Toll! Twittern? Keine Ahnung.

Deshalb, liebe Lesende, spiele ich den Ball in eure Hälfte: Vielleicht nutze ich Twitter ja wirklich falsch – wie nutzt ihr es? Benutzt ihr einen Client, der euch hilft signal und noise zu trennen? Listen?  Wo benutzt ihr Twitter? (Meine These: Twitter ist für Pendler!) Wann?

Danke für deine Hilfe, liebes Internet!

(Jetzt aber erstmal mit Patenkind, Tochter und deren bestem Freund ins Theater. „J+L erreichen Drachenstadt. Emma = Drache = super Tarnung! Pls RT!“)

 

* Zum Glück hat SpOn sich mir mit den Jahren sozusagen selbst entwöhnt. Denn wenn ich bild.de lesen wollte, würde ich bild.de lesen.

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2 Gedanken zu „Twitteridee und Twitteridum

  1. Also ich habe mir Listen angelegt (Sport, Pädagogik, Web20, etc) und lese da ab und zu mit. Aber nicht so häufig. Meistens, wenn ich auf meinen Zug warte. Im Zug selbst habe ich keinen ausreichenden Empfang, sonst würde ich da auch lesen.
    Ansonsten lese ich es wie die Zeitung, die ich abonniert habe. Nämlich gar nicht, weil ich keine Zeit habe. Und dann auch nur die obersten Paar.
    Ich benutze es aber auch, wenn ich etwas interessantes gefunden habe von dem ich denke: „Hey, das ist interessant, das sollte ich mir notieren UND das könnte andere auch interessieren.“ Und da nicht alle meine Blog-Leser über ein Twitter-Account verfügen, stelle ich die letzten drei meiner Tweets auch auf meinem Blog dar.

    • Listen klingt sehr sinnvoll, werde ich übernehmen. Ich finde ja auch deine regelmäßigen Tweet-Zusammenfassungen auf dem Blog sehr gut – mach doch mal wieder 😉
      Tweets auf dem Blog darstellen ist auch prima. Das kann ich wohl erst machen, wenn ich den Blog irgendwo selber hoste, nicht mehr über wordpress.com. Kommt aber sicher früher oder später…

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