Downton Abbey – Gosford Park

Das ZDF zeigt ab morgen die erste Staffel von Downton Abbey.  Ich würde ja vermuten, dass die meisten Zuschauer, die britisches period drama schätzen, die Serie längst kennen.  Falls aber nicht: anschauen!

Oder vielleicht doch lieber gleich auf DVD/BluRay im Original?  Wunderschönes, gut verständliches Englisch bei der upper class – haariger wird’s, zumindest für Laien wie mich, bei der Dienerschaft mit ihren verschiedenen Dialekten und generell weniger gepflegter Sprache (zur Not einfach die englischen Untertitel anschalten).

Die erste Staffel ist ein Genuss. Die zweite leider nicht mehr ganz. Das Christmas Special ist genau so, wie ein Christmas Special zu sein hat.

Was ich aber vor allem sagen wollte: Das Meisterstück von Autor Julian Fellowes ist meiner Meinung nach aber nicht Downton Abbey, sondern sein Drehbuch zu Gosford Park von Robert Altman.  Wer den nicht kennt – unbedingt anschauen!

Hier haben ein großer Regisseur, ein geniales Drehbuch und (wie meistens bei Altman) zwei Dutzend großartige Schauspieler zusammengefunden – in einem der wenigen Filme, die ich bei moviepilot mit der Höchstnote 10.0 bewertet habe.*

Ah, Gosford Park… liegt zum Glück in der vergleichsweise kleinen Lieblingsfilmschnittmenge von Frau Embee und mir und landet deshalb regelmäßig wieder im DVD-Player.

Und allen, die in den Weihnachtsferien noch mehr Zeit und Lust zum Fernsehen haben, kann ich nur die restaurierte Fassung der (zumindest in meinem Teil der Welt) berühmtesten aller BBC-Miniserien empfehlen.

Habt ihr auch Filmtipps für mich?**

* Altmans Short Cuts hat bei mir auch 10.0, aber das mag sentimentale Gründe haben – mich hat der Film mit 17 begeistert; ich habe ihn aber seitdem nicht mehr gesehen.

** Nicht, dass ich immer nur Kostümdramen anschauen würde. Beileibe nicht. Hier ein paar meiner liebsten, ganz anderen Filme: L.A. Confidential, Annie Hall (Der Stadtneurotiker), Eternal Sunshine of the Spotless Mind, Juno, … ach, ich höre besser auf…

Christmas Carols

Am Wochenende war ich bei Freunden Christmas Carrols singen – und weil diese Freunde gleich um die Ecke in Babyfondistanz wohnen, sogar zusammen mit meiner Frau! Das gibt’s nur selten, dass wir gemeinsam sowas machen können. Dazu noch mit einer Gruppe guter Sänger, so dass – trotz stetem Glühweinfluss – auch vom Blatt alles gleich recht schön geklungen hat.

Ah, so mag ich die Weihnachtszeit. (Also, ehrlich gesagt, ich mag sie sowieso. Hm, das lässt sich bestimmt anhand meiner Kindheit erklären…)

“Christmas a humbug, uncle!“ said Scrooge’s nephew. „You don’t mean that, I am sure?“

Also ich meine das auf keinen Fall und wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit!

Ixsis Rätsel

Ixsi hat eben auf Twitter folgendes Rätsel gestellt:

Dummerweise habe ich gerade zwei Klassenarbeiten zu korrigieren und morgen meinen ersten Lehrprobenstoffverteilungsplan einzureichen.  Deshalb muss ich die Herausforderung heute leider dankend…

…annehmen natürlich!

Also auf ans Werk: Bestimmt ist das nur einer diesen Buchstabenverschiebecodes.  In Python* geht das hübsch schnell, in wenigen Zeilen:

msg = "XFS EBT MFTFO LBOO, JTU TDIMBV!"

def shift(zahl, d):
    z = zahl - ord('A')  # ASCII auf 0..26 abbilden
    if not (0 <= z <= 26):
        return zahl   # Ignorieren, wenn's kein Grossbuchstabe ist
    z = (z + d) % 26  # zyklisch verschieben
    return z + ord('A')  # wieder in ASCII-Bereich verschieben

for d in range(26):
    nmsg = [chr(shift(ord(k), d)) for k in msg]  # ASCII --> Zahl --> shift --> ASCII
    print "".join(nmsg)

Und was kommt raus?

WER DAS LESEN KANN, IST SCHLAU!

Na, wenn ixsi das sagt, werd‘ ich doch nicht widersprechen 😉

*Ah, Python! Tut gut nach all dem Java in der Schule!

Will ich ein IPad?

Neulich war ich bei Freundin J. zu Besuch – ob ihr es glaubt oder nicht, die einzige Besitzerin eines IPads in meinem Bekanntenkreis (und das auch erst seit kurzem).  J. ist Musiklehrerin und hat mir als erstes kurz GarageBand vorgeführt.

Dazu eine Geschichte: Vor ca. 5 Jahren bin ich eigentlich nur wegen GarageBand (Desktop-Version) von Linux zu OS X umgestiegen; wir konnten damals als Uni-Mitarbeiter günstig ein MacbookPro erwerben („Anfixen“ ist dafür wohl das Fachwort). Ich wusste schon, dass es da eine Software names GarageBand gab, die für genau mich entwickelt wurde – Hobby-Musiker, die keine Zeit für die großen Kanonen à la Logic, Cubase usw. haben, aber mal ab und zu und v.a. schnell ein bisschen aufnehmen wollen.  Also hab ich mein frisch bestelltes ThinkPad einem Kollegen abgetreten und bin seitdem ein hin- und hergerissener Mac-User. Ja, solche gibt’s auch!

Und jetzt hatte ich also zum ersten Mal das IPad in der Hand – wichtiger noch: zum ersten Mal GarageBand fürs IPad, zu dem ich mir (warum eigentlich?) schon so viele Netz-Videos angeschaut hatte.  Da J. und ich beide nebenher diverse Kinder zu beaufsichtigen hatte, wollte ich nur mal ein bisschen ausprobieren… „schauen, was da so geht“.  Und es ging einiges!

Ich hatte vielleicht zwanzig Minuten mit dem Programm, habe mit einer Smart Guitar angefangen (denn Gitarre spielen, mein ewiges Manko, kann ich leider nicht; nur ca. sechs Akkorde auf der Ukulele) und mir irgeneine nette Akkordfolge zusammenimprovisiert.  Dann einen Bass und zum Spaß ein paar Streicher.  Einer der anwesender Dreijährigen hat mit der Smart Drum einen Beat zusammengewürfelt.  Zum Schluss meinte J.: „Jetzt musst du auch noch irgendwas dazu singen.“  Also hab ich im Nebenzimmer den erstbesten popsongartigen Nonsens gesungen, der mir eingefallen ist. Und, weil das ganz automatisch so schön loopt, noch eine zweite Stimme dazu.  Dann musste ich aufhören – gemixt habe ich also gar nicht mehr.  Ingesamt maximal eine halbe Stunde von „Wie funktioniert denn dieses IPad eigentlich?“ bis zu dem hier:

(Falls das Einbetten nicht funktioniert: https://www.dropbox.com/s/b3bn3ddvk3cwbfp/embeeSong.mp3 )

Natürlich ist das nichts Halbes und nichts Ganzes; tausend Dinge, die mir nach mehrmaligem Hören die Ohren zu Berge stehen lassen – aber, hey, IN ZWANZIG MINUTEN!!! Ohne vorherige Ideen, ohne Notizen, einfach aus der (total intuitiven) Benutzung des Programms heraus eine Songidee zu entwickeln… Ich muss sagen: Mehr als beeindruckend – begeisternd!

Und dann kommt ja jetzt Weihnachten…Könnte ich da nicht…? Wäre es da nicht toll…?

Aber erstens bin ich ja jetzt nur noch ein armer Referendar (noch dazu blöderweise einer mit Familie und Immobilienkredit) und zweitens: Will ich mich wirklich noch mehr in den Apple-Käfig begeben? Auf dem Macbook kann ich wenigstens noch installieren, was und wie ich will. Auf dem IPad? Nix da, sagt Apple! Speicher erweitern? USB-Kabel anschließen? Nee, Embee.

Oh, aber was für einen Spaß ich hätte mit GarageBand…  David Hockney malt ja anscheinend sogar nur noch mit dem IPad… Und dieses TeacherTool soll ja auch so toll sein…

Arrgh, Apple! Arrrgh!