Will ich ein IPad?

Neulich war ich bei Freundin J. zu Besuch – ob ihr es glaubt oder nicht, die einzige Besitzerin eines IPads in meinem Bekanntenkreis (und das auch erst seit kurzem).  J. ist Musiklehrerin und hat mir als erstes kurz GarageBand vorgeführt.

Dazu eine Geschichte: Vor ca. 5 Jahren bin ich eigentlich nur wegen GarageBand (Desktop-Version) von Linux zu OS X umgestiegen; wir konnten damals als Uni-Mitarbeiter günstig ein MacbookPro erwerben („Anfixen“ ist dafür wohl das Fachwort). Ich wusste schon, dass es da eine Software names GarageBand gab, die für genau mich entwickelt wurde – Hobby-Musiker, die keine Zeit für die großen Kanonen à la Logic, Cubase usw. haben, aber mal ab und zu und v.a. schnell ein bisschen aufnehmen wollen.  Also hab ich mein frisch bestelltes ThinkPad einem Kollegen abgetreten und bin seitdem ein hin- und hergerissener Mac-User. Ja, solche gibt’s auch!

Und jetzt hatte ich also zum ersten Mal das IPad in der Hand – wichtiger noch: zum ersten Mal GarageBand fürs IPad, zu dem ich mir (warum eigentlich?) schon so viele Netz-Videos angeschaut hatte.  Da J. und ich beide nebenher diverse Kinder zu beaufsichtigen hatte, wollte ich nur mal ein bisschen ausprobieren… „schauen, was da so geht“.  Und es ging einiges!

Ich hatte vielleicht zwanzig Minuten mit dem Programm, habe mit einer Smart Guitar angefangen (denn Gitarre spielen, mein ewiges Manko, kann ich leider nicht; nur ca. sechs Akkorde auf der Ukulele) und mir irgeneine nette Akkordfolge zusammenimprovisiert.  Dann einen Bass und zum Spaß ein paar Streicher.  Einer der anwesender Dreijährigen hat mit der Smart Drum einen Beat zusammengewürfelt.  Zum Schluss meinte J.: „Jetzt musst du auch noch irgendwas dazu singen.“  Also hab ich im Nebenzimmer den erstbesten popsongartigen Nonsens gesungen, der mir eingefallen ist. Und, weil das ganz automatisch so schön loopt, noch eine zweite Stimme dazu.  Dann musste ich aufhören – gemixt habe ich also gar nicht mehr.  Ingesamt maximal eine halbe Stunde von „Wie funktioniert denn dieses IPad eigentlich?“ bis zu dem hier:

(Falls das Einbetten nicht funktioniert: https://www.dropbox.com/s/b3bn3ddvk3cwbfp/embeeSong.mp3 )

Natürlich ist das nichts Halbes und nichts Ganzes; tausend Dinge, die mir nach mehrmaligem Hören die Ohren zu Berge stehen lassen – aber, hey, IN ZWANZIG MINUTEN!!! Ohne vorherige Ideen, ohne Notizen, einfach aus der (total intuitiven) Benutzung des Programms heraus eine Songidee zu entwickeln… Ich muss sagen: Mehr als beeindruckend – begeisternd!

Und dann kommt ja jetzt Weihnachten…Könnte ich da nicht…? Wäre es da nicht toll…?

Aber erstens bin ich ja jetzt nur noch ein armer Referendar (noch dazu blöderweise einer mit Familie und Immobilienkredit) und zweitens: Will ich mich wirklich noch mehr in den Apple-Käfig begeben? Auf dem Macbook kann ich wenigstens noch installieren, was und wie ich will. Auf dem IPad? Nix da, sagt Apple! Speicher erweitern? USB-Kabel anschließen? Nee, Embee.

Oh, aber was für einen Spaß ich hätte mit GarageBand…  David Hockney malt ja anscheinend sogar nur noch mit dem IPad… Und dieses TeacherTool soll ja auch so toll sein…

Arrgh, Apple! Arrrgh!

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4 Gedanken zu „Will ich ein IPad?

  1. Beeindruckend. Echt toll. Ich hab’s noch nicht installiert, da ich mich ohnehin Weihnachten von meinem iPad trennen werde – ich will es meinen Eltern schenken. Die wollen kein neues Gerät annehmen, und selber kaufe ich mir dann – irgendwann mal – ein neues. Weiß nur nicht, ob Galaxy, iPad oder Windows.

  2. Danke! Was du hier schreibst, klingt aber auch nicht gerade, als sei das iPad unverzichtbarer Bestandteil deines Privat- oder gar Schullebens geworden, oder?

  3. Nachtrag: Zuerst ist es mir gar nicht aufgefallen, aber im Nachhinein besonders beeindruckend finde ich, dass ich da ohne Kopfhörer stand und ins iPad gesungen habe, während es mir gleichzeitig die Instrumentalstimmen vorgespielt hat. Auf der Aufnahme ist aber (zumindest für mich als Laien) nichts davon zu hören, dass die Instrumente auf der Gesangsspur /nochmal/ aufgenommen wurden. Ich nehme also an, dass das Gerät bei der Gesangsaufnahme erkennt, dass ohne Kopfhörer gearbeitet wird, und dann die schon vorhandenen Spuren „herausrechnet“. Nicht schlecht!

  4. Ein solches Gerät ist für mich sehr, sehr angenehm, das schon. Aber ich komme ein paar Wochen problemlos ohne aus – unverzichtbar ist es also nicht. Habe ein altes Smartphone, Android 2.0, das wird dann halt immer mitgenommen statt zu Hause stromlos liegen gelassen. — Zum Singen ins iPad: Das funktioniert ja auch beim Skypen so, oder in Google Hangouts, wo ich das eher mitkriege. Man spricht ins Mikro und hört die anderen, dennoch gibt es kein Feedback-Schleife. Herasurechnen oder physische Anordnung von Mikro/Lautsprechern? Könnte man sicher ergoogeln.

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