Eleven

Ingo hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen… mein erstes Blogstöckchen! Das ist fast, als sei ich wieder vierzehn und gerade zum ersten Mal auf eine Stehbluesparty eingeladen worden. (Aber nur fast).

Genau wie ixsi muss ich aufpassen, dass ich das auch richtig mache (sonst lassen mich die großen Blogger beim nächsten Mal nicht mehr mitspielen).  Hier also nochmal die Regeln:

  1. Nenne den Stöckchenwerfer.
  2. Beantworte die elf Fragen des Stöckchenwerfers.
  3. Erzähle elf Dinge über dich.
  4. Entwirf elf Fragen, die der nächste beantworten soll.
  5. Wirf das Stöckchen an den nächsten Blogger.

Dann wollen wir mal!

1. Der Stöckchenwerfer war Ingo von Lehrzeit. Und der hatte das Stöckchen von Herrn Rau bekommen.  Wisst ihr, was die beiden, abgesehen von dieser Stöckchenkette, mit mir verbindet?  Anwort weiter unten.

2. Ingos elf Fragen und meine elf Antworten:

  1. Wenn du nicht Lehrer wärst, was würdest du dann machen?
    Tja, bis Kurzem hab ich ja noch was anderes gemacht, nämlich KI-Forschung.  Das würde ich durchaus auch wieder tun.  Noch lieber würde ich mich (vorausgesetzt ich fände eine Kiste Gold im Keller und müsste mich um die Ernährung der Familie nicht mehr sorgen) der sinnlosen Bildung widmen, der generativen Kunst und der Musik.
  2. Kaffee oder Tee Trinker?
    Kaffee. Ohne Zucker, aber mit Milch bitte. Gerne auch ohne Schaum; den finde ich überbewertet.
  3. Was ist liegt hinter/unter deinem Sofa?
    Vor allem Staub, fürchte ich.  Kinderspielzeug.  Neben meinem Bett ein Stapel halbgelesener Bücher.  Momentan viele Taschentücher (s. Frage 10).
  4. Dein bester pädagogischer Kniff?
    Ich fürchte, den muss ich mir erst noch erarbeiten.  Bei mir funktioniert im Mathe-Unterricht das Katz-Maus-Spiel toll. Kennt ihr das? Wenn nein, dann blogge ich mal demnächst drüber.
  5. Was ist dein Haustier und wenn du keins hast, welches hättest du gern?
    Nee, kein Haustier; möchte auch keins.  Frau Bee und ich sind uns da zum Glück sehr einig.  Die Kinder sind bisher auch noch nicht wirklich heiß auf Haustiere.  Bin mal gespannt, ob und wann das kommt. (Da fällt mir ein: Gerade haben wir Urzeitkrebse. Das zählt ja wohl. Und wer jetzt gerade nicht die Worte „Yps“ oder „Gimmick“ gedacht hat, der soll heimgehen; das ist hier ein Ü30-Eintrag! )
  6. Die erste Schallpatte/CD die du gekauft hast?
    Hm, ich bin nicht sicher. Könnte Gary Moore: Wild Frontier gewesen sein.  Dank Internet gerade mal wieder ein bisschen reingehört — tja, so war das halt, damals Ende der 80er, auf dem Land. Hätte aber auch noch viel schlimmer sein können.
  7. Dein Lieblingsradiosender?
    Eindeutig: Deutschlandradio Kultur.  Großartiger Sender; ich komme oft nicht aus dem Auto raus, weil ich noch weiterhören will (und weiß, dass ich das drinnen im Haus vergessen kann, weil da die Kinderschar wartet). Ganz großes Kopfkurzkino sind die Wurfsendungen.
    Honorable mention: Mein sehr guter Freund K. ist Redakteur bei SWR2.  Auch dort immer wieder ganz großartige Features, Feuilletons, Diskussionen und Rezensionen.  Ein bisschen zu eindeutig E und zu wenig U für meinen Geschmack.
  8. Was kommt immer mit, wenn du verreist?
    Bücher. Ist schön, sich dann oft an das Buch im Zusammenhang mit der Reise zu erinnern.  Ich weiß z.B. noch genau die Strände, an denen ich „Middlesex“ (Cinque Terre), „The Human Stain“ (Playa del Carmen), „A Visit From the Goon Squad“ (Malaga) gelesen habe…  Darüber, wie ich 2002 eine KI-Konferenz in der drögesten Stadt der Welt (Edmonton, Kanada) fast vollständig verpasst habe, weil ich im Cafe sitzen und erst „A Clash of Kings“ und dann „A Storm of Swords“ (best fantasy novel ever) lesen musste — darüber habe ich hier seit Monaten einen halbfertigen Blogeintrag liegen (in dem es dann v.a. um die Wichtigkeit von RSS-Feeds geht). Ah, Lesen im Urlaub…
  9. Der letzte Kinofilm den du gesehen hast?
    Django Unchained.  War gut, aber Inglorious Basterds fand ich, glaub ich, noch einen Tick besser.  Außerdem ist Django Unchained einfach eine halbe Stunde zu lang.
  10. Beende den Satz: Im Frühjahr freue ich mich darauf endlich wieder….
    …keine brennenden Augen, abwechselnd verstopfte und laufende Nase und minutenlange Niesattacken zu haben — und dann tief durchzuatmen, die Sonne und die Luft zu genießen und zu merken, dass ich im Winter nur ein halber Mensch gewesen bin.  Wie lange soll das noch so gehen, 2013?
  11. Welches Instrument spielst du oder würdest gerne spielen können?
    Ich spiele Klavier, früher mal Cello, heute dafür ein bisschen Ukulele.  Damit ist auch aufgelöst, was Herr Bartling, Herr Rau und ich gemeinsam haben: Wir sind bloggende, Ukulele-spielende, Informatiklehrer (BUSIs).

3. Erzähle 11 Dinge über dich:

  1. Als Kind hatte ich die Idee, mit dem Thema „Burg Schreckenstein“ bei Der Große Preis mitzumachen.  Damals habe ich das entweder niemandem erzählt oder es hat mich zumindest niemand darin bestärkt 😉  Manchmal liege ich so im Bett und denke, das hätten die vielleicht sogar ganz lustig gefunden und vielleicht eine Kindersondersendung gemacht oder so…  (Nuja.)
  2. Dafür wurde ich im Studium mal direkt aus der Mensa raus für Jeopardy (mit Frank Elstner) gecastet.  Sehr spannende, lustige Erfahrung.  Muss ich auch mal drüber schreiben.
  3. Ich hätte kein Problem damit, mein Leben komplett damit zu verbringen, gut gemachte Fernsehserien zu schauen.  Durchaus eklektisch: Ich war (zusammen mit der Gattin) glühender Gilmore Girls-Fan (nein, das war nicht nur für Frauen!), halte The Wire für den Großstadtroman des neuen Jahrtausends, habe keine Episode von Mord mit Aussicht verpasst und bin, wie alle, begeistert von Mad Men.  Klar, Firefly, brauchen wir ja gar nicht drüber zu reden.
  4. Ich hasse Bilderbücher, in denen Tiere vorkommen, die Kleider anhaben.
  5. Meine xkcd-Lieblingsstrip ist #552.  Brilliant!
  6. So wie Herr Rau und Herr Klinge war ich früher begeisterter Pen&Paper-Rollenspieler und v.a. -spielleiter (v.a. Cthulhu, weil da die Regeln nicht so wichtig waren).  Die beiden sind’s ja, glaube ich, immer noch — ich dagegen habe nun seit schon über 10 Jahren nicht mehr gespielt.  Sehr schade.
  7. Bei moviepilot werde ich demnächst 555 Filme bewertet haben.
  8. Ich würde eigentlich ganz gerne mal ein aktuelles Computerspiel spielen.  Die sehen alle so toll aus heutzutage.  Aber irgendwie fehlt mir die Geduld, mir dafür noch dutzende von Stunden Zeit zu nehmen.  Das letzte Spiel, das ich wirklich gespielt habe, war, glaube ich, „Day of the Tentacle“. Das ist 20 Jahre her!
  9. Zurzeit versuche ich meinem Computer die Grundlagen der Harmonielehre beizubringen.
  10. Ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt, „zurzeit“ zu schreiben.
  11. Mein dreijähriger Sohn sagt großartige Dinge, z.B. „Der Räuberberuf ist ein schwerer Beruf.“

4. Elf Fragen für den Fänger des nächsten Stöckchens

  1. Was ist/war dein liebstes Kinder-/Jugendbuch?
  2. Welches Schulfach würdest du abschaffen?
  3. Durch welches würdest du es ersetzen?
  4. Welchen berühmten Menschen würdest du gerne treffen?
  5. Was kannst du, das nur wenige Leute können?
  6. Welchen Film empfiehlst du mir?
  7. Linux, Windows, OS X? (Wenn mehrere nebeneinander, dann wie?)
  8. Kannst du ein Gedicht auswendig? Wenn ja, dann schreib es für uns Leser auf!
  9. Sollte heutzutage jeder Programmieren lernen?
  10. Was ist dein Lieblingsgericht und wie bereitet man es zu?
  11. Wie sollen wir leben?

5.  Und wer soll diese Fragen denn nun beantworten?

Wie jeder Informatiker weiß (und auch die Freunde der Telefonlawine), kommt so ein Kettenbrief bzw. Schnellball erst so richtig ins Rollen, wenn man den Verzweigungsfaktor erhöht.  Außerdem sind Regeln dazu da, gebrochen zu werden.  Also werfe ich das Stöckchen weiter an Jan-Martin Klinge vom Halbtagsblog und Marco Bakera (aka pintman).

Das war’s von mir. 11 Antworten, 11 Fakten, 11 Fragen… und zum Thema „11“ noch das:

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13 Gedanken zu „Eleven

  1. Nein, das Katz und Maus Spiel kenn ich noch nicht, blog mal bitte drüber 🙂 Das Thema KI Forschung würde mich so nebenbei auch interessieren, mach da doch bitte auch eine Artikel Reihe draus B-)

    • Okay, Katz/Maus kommt bald. KI-Forschung? Hm, mal sehen. Das ist natürlich ein weites Feld, um nicht zu sagen: unendliche Weiten. Aber ich kann vielleicht schon mal was dazu schreiben. V.a. erzähle ich meinen Schülern ja auch manchmal: „Super, dass ihr es geschafft habt, dass sich in eurem Rennspiel die Scratch-Katze jetzt selbst steuert – und dazu noch in Bestzeit – das ist schon echte KI!“

  2. Spannende Geschichte dieses Blogstöckchen. EIn bisschen wie Poesiealbum schreiben nur moderner. Dieses Katz-und-Maus-Spiel Ding würde mich mal interessieren, denn pädagogische Tricks kann man immer mal gebrauchen.
    Welchen Ansatz (Sprache, etc.) verfolgst du bei deinem Harmonielehre-Projekt? Wäre nämlich mal interessant bei einem Profi über die Schulter zu schauen. Ich selbst habe mich dem Projekt noch nicht gewidmet. Auch, weil gerade dabei bin den „Englishman in New York“ in einen „Lehrer in der bayrischen Provinz“ umzuarbeiten – an dieser Stelle meinen Respekt an alle Textschreiber.
    Und abgesehen davon habe ich mir die aktuelle C’t Hacks gekauft – Skulpturen aus Computerbauteilen, Holzgravier-Maschinen aus DVD-Laser, Bau einer E-Gitarre, Testbericht über Bausätze für 3D-Drucker, … keine Ahnung wo ich da anfangen soll und korrigieren müsste ich auch noch.
    Aber vielleicht texte ich noch „Ein Lehrer für alle Fälle“ oder „Ein Papa für alle Fälle“ oder sonst was um. Keine Ahnung, Angeln gehen steht auch noch an, Bowling, der Keller muss aufgeräumt werden, der Garten auf vordermann, das Motorrad aus dem Winterschalf geholt werden…..
    Herrschaftszeiten, wann soll ich das eigentlich alles machen?

    • Mir hat das auch richtig Spaß gemacht, dieses Blogstöckchen. Jetzt freue ich mich darauf, was Marco und Jan-Martin schreiben. V.a. zu meiner unverfänglichen Frage 11 😉
      Harmonielehre: Das sollte eigentlich schon lange meine Spaß-Projekt werden, an dem ich Clojure lernen und funktionale Programmierprinzipien vertiefen wollte. Aber dann hast du mich auf Lilypond gestoßen. Weil ich da so schön direkt MIDI produzieren kann, mache ich jetzt erst einmal ein paar Experimente in Python, versuche aber dabei schon sehr funktional zu arbeiten, d.h. Abstraktion durch higher-order functions, lazy Datenstrukturen (aus Pythons itertools Modul). So ein absoluter Profi bin ich übrigens weder im Programmieren noch musikalisch (aber danke!) Die ersten Ergebnisse sind nett; ich versuche das im Blog auch zu dokumentieren.
      Die neue c’t hacks hab ich neulich am Kiosk gesehen und gleich daran gedacht, dass du die beim letzten Mal schon begeistert gekauft hast. Viel Spaß damit!
      Tja, auf mich warten eigentlich auch so ganz fiese Dinge wie eine schon vom Finanzamt angemahnte Steuererklärung und die Vorbereitung auf meine mündlichen Prüfungen. Ganz zu schweigen davon, dass ich mal ganz dringend meine geradezu lächerlich ambitionierten Stoffverteilungspläne vom Schuljahresanfang überarbeiten und ein paar realistische Jahresendziele festlegen sollte.
      Dass ich das alles nicht schon längst getan habe, dafür mache ich dich persönlich mitverantwortich!

  3. >Herrschaftszeiten, wann soll ich das eigentlich alles machen?

    Ist auch bei mir ein Problem. Es gibt so viel Schönes zu basteln.

    Call of Cthulhu spiele ich nur noch einmal im Jahr, embee, aber das regelmäßig und ausführlich. Ich habe den Gedanken nicht aufgegeben, mal eine Runde mit Kollegen zu machen oder mit Schülern.
    In Erwartung deines Blogeintrags meine eigenen Quizshow-Erfahrungen:
    http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/03/wie-ich-einmal-in-einer-quizshow-war.htm

    Grüße vom BUSI-Kollegen.

    • Dein alljährliches CoC-Spiel, ist das mit „Kumpels aus der guten alten Zeit“? Ich nämlich habe mehrmals erlebt, dass es wohl irgendwie nur mit denen so richtig großartig war. Man hatte so einen gemeinsamen Stil entwickelt und, was davon abwich, amüsierte, irritierte und demotivierte meistens eher. Spieler, die ständig solche Dinge sagten wie „Schenk er mir ein Bier ein, Schankwirt!“; Spielleiter, die jeden Hauch von Plot dem Regelwerk opferten usw. Deswegen frage ich die Leute, wenn ich denn mal einen Rollenspieler kennenlerne, gerne nach ihrem Lieblingssystem. Das sagt schon einiges aus.
      Quizshow: Sehr schön, deine Geschichte. Ja, meine muss ich dann unbedingt auch mal aufschreiben. Da gibt’s mindestens zwei gute Lacher — auf meine Kosten…

      • Mein jährliches CoC besteht nur zu einem sehr kleinen Teil aus meiner alten Runde, aber die anderen Teilnehmer haben jeweils miteinander gespielt. Ich habe vor fünfzehn Jahren mal mehrfach in fremden Runden gespielt; ein gemeinsamer Stil hilft schon. CoC ist immer ein gutes Zeichen.

  4. Pingback: Stöckchenwerfen. - ...ein Halbtagsblog...

  5. Sollte es wirklich sein, dass Ihnen (ich beziehe mich auf: „Erzähle 11 Dinge über dich: 3.3“) die wirklich und wahrhaftig unfassbar kolossal sagenhaft berückend gute HBO-Serie „Six Feet Under“ noch nicht über den Weg gelaufen ist?!? Sechs unfassbar runde Staffeln mit allergrößtem Sucht- und „Ich muss die ganze Zeit an die letzte/x-te Folge denken!“-Faktor. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie damit überhaupt anfangen wollen!

    • Ja, das ist eine von meinen Bildungslücken – das wusste ich aber schon. Trotzdem vielen Dank für den Tipp! Fast noch krasser ist, wenn man den Kritikern glauben darf, dass ich noch nicht „The Sopranos“ gesehen habe. Tja, 24 Stunden hat mein Tag und keine einzige mehr, leider. (Freund K. beim SWR wird manchmal dafür bezahlt, Serien anzuschauen, the lucky bastard!)

      • Es ließe sich vortrefflich darüber streiten, ob die „Sopranos“ tatsächlich zum Bildungskanon zu zählen sind. Noch in der ersten Hälfte der ersten Folge habe ich die erste DVD gleich wieder in der Umverpackung verschwinden lassen. Nichts für zarte Gemüter. Und wie man sagt und sich fast denken kann, geht es auch hernach recht derb weiter. Diese 45 täglichen Minuten wären also schon mal geschenkt!

  6. Pingback: Totgesagte leben länger | Frl. Rot

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