Wo soll ich meine Webseite hosten?

Liebe hier lesende Lehrerinnen und Lehrer,

ich bastele immer mehr Material, das ich meinen Schülern und anderen gerne zur Verfügung stellen würde: Geogebra-Arbeitsblätter, Greenfoot-Programmbeispiele, Musterlösungen für allerlei Arbeitsblätter, demnächst hoffentlich auch mal den einen oder anderen kurzen Screencast (flipped classroom light).  Und eine eigene WordPress-Installation hätte ich ja auch ganz gerne.  Und Joomla, weil ich (was zu erwarten war) auch an der Schule immer mehr bei solchen Sachen mitarbeiten darf soll werde.

Kurz: Ich möchte eine eigene Webseite.  Meine erste!  Ihr wundert euch, aber es stimmt: Ich hab noch nie eine Domain reserviert oder eine Homepage aufgesetzt.  Es gab einfach keinen Grund — an der Uni hatte ich meine persönliche Seite, musste mich aber nur darum kümmern, dass .die Lehrveranstaltungen und die Publikationsliste halbwegs aktuell waren. (Nix CMS übrigens, alles noch hübsch von Hand fluchend ins HTML-File getippt.)

Aber ihr, ihr seid doch alle in solchen Sachen Profis, web- und technikaffine Lehrer 2.0, usw.  Deshalb meine Frage an euch: Wie macht ihr das? Wo hostet ihr? Was sollte der Provider bieten? Wieviel ist euch das wert?

Mit herzlichem Dank im Voraus für eure Tipps verbleibe ich euer

embee

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…und plötzlich sind Herbstferien!

Wow, gerade eben war doch noch Juli, zumindest hier im Blog. Und auf einmal… Herbstferien. Ohne ein Lebenszeichen von mir bislang im Schuljahr 2013/14. Was ist los? Woran liegt’s?

Ich bin jetzt ein richtiger Lehrer in seinem ersten richtigen Jahr mit richtig viel Unterricht — daran liegt’s wohl.

Was ich gerade erlebe, müssen wohl alle Lehrer am Anfang durchstehen: Jedes Fach, jede Klasse, jede Stunde ist neu.  In den Stoff muss man sich erst einarbeiten*. Aus der Schublade holen kann man auch noch nichts.  Selbst, wenn man sich von den Kollegen Materialien besorgt, muss man diese sichten, überlegen ob und, wenn ja, wie man sie einsetzen könnte.  Oft genug merkt man erst spät, dass etwas vielleicht für den Kollegen passen mag, aber für einen selbst? Irgendwie doch nicht.

Und so steht vor jeder zu haltenden Stunde die Frage: Versuche ich, „nachhaltig“ vorzubereiten – damit ich eben beim nächsten Mal etwas in der Schublade habe, auf dem ich aufbauen kann? Oder improvisiere ich mich irgendwie durch?

Improvisieren kann ich eigentlich ziemlich gut — wenn ich weiß,

  • wovon ich rede,
  • was ich zu tun habe,
  • wer mein Gegenüber ist.

Momentan sind diese Voraussetzungen leider oft noch nicht gegeben. Vor allem der letzte Punkt ist entscheidend: Mir fehlt oft noch die Intuition dafür, was Schüler wissen (bzw. nicht wissen), können (bzw. nicht können), nachvollziehen (bzw. nicht nachvollziehen) können, d.h. letztlich, was sie von mir brauchen und was nicht. Diesen Mangel an Intuition kann ich im Augenblick nur versuchen durch Vorbereitung wenigstens teilweise zu kompensieren: Wenn ich beim Durchdenken einer Stunde, eines Themas, auf die potentiellen Stolpersteine stoße, kann ich noch eine vorbereitende Aufgabe vorschalten, eine erklärendes Beispiel suchen, eine Warnung geben. Entdecke ich die Stolpersteine erst während des Unterrichts, lerne ich einiges (z.B. hoffentlich die Stolpersteine beim nächsten Mal zu vermeiden), aber meine Schüler habe ich überfordert, frustriert und verwirrt.

(Ich rede hier nicht davon, Inhalte weichzuspülen und den Schülern die Herausforderungen zu nehmen. Ich rede einfach davon, ihnen nicht mit konfusem Unterricht unnötige Hürden in den Weg zu legen.  Mathe und Informatik in der Oberstufe — und nur das unterrichte ich im Augenblick — ist für sie anspruchsvoll genug, auch ohne einen Anfänger an der Tafel.)

Damit ich also irgendwann an den Punkt kommen kann, wirklich flexibel zu sein, reagieren und improvisieren zu können, versuche ich jetzt eben so nachhaltig wie möglich arbeiten.Und so verlasse ich den Schreibtisch nur selten vor Mitternacht**. Aber trotz der späten Uhrzeit gehe ich meistens zufrieden ins Bett — und das zeigt mir, dass der Wechsel an die Schule richtig war.

 

* Für uns Seiteneinsteiger gilt das sicher in besonderem Maße. Ich habe mich in den fast 20 Jahren seit meinem eigenen Abi natürlich sehr viel mit Informatik und Mathe beschäftigt, aber eben nicht auf Schulniveau. Das ist bei der Vorbereitung natürlich ein Nachteil. Aber ganz oft bringt es mir auch Glaubwürdigkeitspunkte im Unterricht, wenn ich den Schülern anschaulich machen kann, dass man Ableiten und Integrieren, Vererbung und Polymorphie sehr gut brauchen kann, wenn man mal einen intelligenten Roboter bauen will!

** Das hat aber auch ganz viel damit zu tun, dass ich privat in einer Lebensphase bin, die sich (um es mal vorsichtig zu formulieren) mit einer kompletten beruflichen Neuorientierung nicht so richtig gut verträgt. Drei kleine Kinder im Haus und nur zwei Erwachsene — da kann sich nicht einer von beiden einfach zwischen, sagen wir, 17 Uhr und 20:30 Uhr aus dem Abendprogramm ausklinken. Wenn derjenige aber oft erst um 16 Uhr aus der Schule kommt, muss er wohl oder übel am Abend noch mal an den Schreibtisch.