Jenes und dieses

Bevor ich hier gar nichts mehr schreibe, schreibe ich lieber wenigstens ganz kurz mal auf, warum ich hier gar nichts mehr schreibe:

1. Dem Baby geht’s gut, danke der Nachfrage. Es benimmt sich so, wie es sich für ein drittes Kind gehört, d.h. es gewöhnt sich schnell an den konstant hohen Gesangs- und sonstigen Lärmpegel hier.  Gerne (v.a. nachts) leistet es auch schon seinen Beitrag dazu.

2. Ich habe korrigiert und korrigiert und korrigiert.  Insb. über 50 Zweitkorrekturen bei Prüfungsarbeiten aus einer über dreistündigen Mathe-Klausur.  Kein Abi, aber Fachhochschulreife. Ich bin nicht sicher, ob Abi noch mehr Aufwand ist — ich werde es in den nächsten Jahren sicher herausfinden.  Ich habe ungefähr 30 Zeitstunden in diese Zweitkorrekturen investiert.  Wie lange ich für die Erstkorrektur gebraucht hätte, mag mir gar nicht ausmalen.
Dafür weiß ich jetzt recht gut, wohin ich meine Schüler im nächsten Schuljahr bringen muss. Auf in den Kampf, Torero!

3. Wir Referendare haben, seit unsere Lehrproben und Prüfungen rum sind, an der Schule relativ viel Ruhe.  Deshalb sind wir die natürlichen Kandidaten für Abi-Aufsichten und das Führen des Protokolls bei mündlichen Prüfungen.  Nächste Woche z.B. habe ich zwar statt meiner normalen 12 nur 8 Stunden Unterricht, bin zum Ausgleich aber 10 Stunden Protokollant!  Ich würde lieber unterrichten, hänge nämlich in zwei Klassen ganz schön hinterher.  Aber das, scheint mir, ist das Los des Lehrers: Fürs Kerngeschäft zu wenig Zeit, dafür ganz viel nerviger anderer Kram!

4. Um hier nicht nur rumzujammern, auch mal etwas durchweg Positives: Es hat geklappt! Ich darf nächstes Jahr einen wöchentlichen Kurs für „besonders befähigte“ Schüler anbieten, die aus dem ganzen Landkreis kommen.  „Programmieren kreativ“ hab ich den Kurs mal genannt — und freue mich natürlich wie wahnsinnig darauf!  Es gibt an diesem sogenannten „Seminar“ Kurse in Mathe, verschiedenen Naturwissenschaften und eben Informatik* — die seien sogar besonders beliebt**, sagt man mir, so dass dieses Jahr gleich drei davon angeboten werden.  Ich habe — schluck — gleich den für „fortgeschrittene Oberstufenschüler“ bekommen, d.h. ich muss denen richtig Futter geben.  Sehr spannend, sehr herausfordernd.

5. Die Lehrerband.  Der große Auftritt beim Schuljahresabschlusshock rückt näher.  Die letzten vier Auftritte (Sommerfest 2012, Schulweihnachtsfeier 2012, Lehrerweihnachtsfeier 2012, Rock am Ring 2013) haben wir dermaßen gerockt, dass die Erwartungshaltung im Kollegium — insb. beim OStD — ins Unermessliche gestiegen ist. Werden wir das noch toppen können? Ich behaupte bescheiden: Ja!

Speaking of which…

6. Meine Serie „Musik mit Embee“ wird natürlich fortgesetzt, versprochen.  Ich habe ganz viel schönen Code schon lange fertig. Musikbeispiele von Bach bis Beatles sind bereits ausgewählt.  Aber: Ich muss den Code noch didaktisch reduzieren und pädagogisch sinnvoll organisieren, die Tonbeispiele präparieren und das Ganze am Schluss anschaulich präsentieren. Sowas braucht Zeit.  Und die fehlt mir gerade etwas, nicht nur wegen Punkt 1-3, sondern weil ich an den letzten Wochenenden des Schuljahres ständig unterwegs sein werden.  Z.B.:

7. Ende nächster Woche besuche ich Herrn Rau! Ja, da staunt ihr. Ich fahre zum Tag der Informatik-Lehrerinnen und -Lehrer, den er organisiert, nach München und halte da einen Workshop zu Snap! Auch das wird spannend und herausfordernd für mich; für die Teilnehmer hoffentlich eher anregend und kurzweilig.  Ach was, für mich wird es anregend und kurzweilig!
Vielleicht treffe ich ja den einen oder anderen hier Mitlesenden dort. (Ingo?)

Damit lasse ich’s für heute mal gut sein. Mehr als 7 Sachen kann sich sowieso keiner merken.  Nicht, dass ihr am Ende wieder vergessen habt, was #1 war. (Tipp: Es ist klein, soooo süß und schläft jetzt endlich.)

* Wo sind bei sowas eigentlich die Geisteswissenschaften? Ich höre von Freunden immer mal wieder von beeindruckenden SchülerInnen, die auf höchstem Niveau über Shakespeare-Sonette diskutieren.  Wo gehen die dann hin? Trotzdem in das Chemie-Begabtenseminar?

** Wenn ich das höre, könnte ich natürlich gleich wieder anfangen, über den Zustand der Schulinformatik in BW zu lamentieren.  Oder soll ich mich freuen? Offensichtlich gelingt es immer noch jungen Leuten, sich für Informatik zu interessieren, obwohl das Fach am Gymnasium ein Schattendasein fristet und wohl auch weiterhin tun wird.  Aber das dürfen heute mal andere bedauern, wenn die Interessierten dann bei mir im Kurs landen 😉  (Wahrscheinlich jammere ich dann aber doch wieder, wenn ich sehe, dass der Kurs zum 100% aus jungen Männern besteht.  Ich wollte doch immer die Mädchen für das Fach begeistern… Ob ich das erleben darf?)

Mitteilungen über den Stand der Dinge

Time flies like an arrow.  Wie ihr bestimmt wisst, kann man diesen Satz auf viele, viele Arten lesen*.   Ich meine hier aber nur die wohl offensichtlichste Bedeutung: Die Zeit fliegt dahin wie ein Pfeil.  Und zwar pfeilgerade meinen letzten Prüfungen und dem Ende des Referendariats entgegen.  Meine TODO-Listen sind lang und, obwohl ich fleißig vorne abarbeite, kommt hinten immer sofort wieder etwas Neues dazu (rhymes with Queue).

Hier mal ein kurzes Update über den Stand der Dinge:

  • Ich habe aus sogenannten „schulscharfen“ Stellenausschreibungen zwei Angebote bekommen und eines davon vorgestern angenommen.  Falls ich also nicht in den Prüfungen noch totalen Mist baue, bin ich in der unglaublich privilegierten Position, schon im April zu wissen, dass ich eine Stelle habe.  Und das, obwohl die Stellensituation in BW allgemein ziemlich angespannt ist.
  • Wenn alles klappt, darf ich zusätzlich noch 3 Deputatsstunden woanders etwas sehr Spannendes machen, von dem ich aber erst dann erzähle, wenn es in trockenen Tüchern ist.
  • Ich habe die zwei ersten Blogposts einer kleinen Serie übers Musikmachen mit Python und LilyPond fast fertig.  Ich sollte ja wirklich anderes tun, aber das macht einfach Spaß!
  • Dies Beiträge werde ich in den nächsten Tagen noch hochladen, dann aber erstmal Pause machen, bis die Prüfungen rum und eine noch viel wichtigere familiäre… ähem… Expansion gut über die Bühne gegangen ist!

Zuguterletzt: Der Frühling kommt endlich — genießt ihn! Bis bald.

* Wenn’s nicht so ausgelutscht wäre, würde ich mir ja gerne mal ein T-Shirt mit dem (Groucho Marx zugeschriebenen) Klassiker „Time flies like an arrow; fruit flies like a banana“ drucken lassen.  Macht das mal, ihr Englischlehrer da draußen! Und wenn die Schüler euch dann darauf ansprechen, könnt ihr ihnen nach Lust und Laune von der Schönheit des Mehrdeutigen, den Schwierigkeiten der Interpretation schon auf Syntaxebene, von „garden path“-Sätzen und dergleichen erzählen.  Falls ihr zufällig auch noch Informatiklehrer seid, habt ihr auch gleich einen Anlass, mit ihnen über Parsing, Grammatiken usw. zu sprechen — aber das geht ja wohl fast immer über die Lehrpläne hinaus. Schade.

Christmas Carols

Am Wochenende war ich bei Freunden Christmas Carrols singen – und weil diese Freunde gleich um die Ecke in Babyfondistanz wohnen, sogar zusammen mit meiner Frau! Das gibt’s nur selten, dass wir gemeinsam sowas machen können. Dazu noch mit einer Gruppe guter Sänger, so dass – trotz stetem Glühweinfluss – auch vom Blatt alles gleich recht schön geklungen hat.

Ah, so mag ich die Weihnachtszeit. (Also, ehrlich gesagt, ich mag sie sowieso. Hm, das lässt sich bestimmt anhand meiner Kindheit erklären…)

“Christmas a humbug, uncle!“ said Scrooge’s nephew. „You don’t mean that, I am sure?“

Also ich meine das auf keinen Fall und wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit!

Glück ist…

…sich abends um halb zehn mit seiner sechsjährigen Tochter, die nicht schlafen kann, ans Klavier zu setzen und leise alle Strophen von „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen, die wir kennen…

(Was soll ich sagen? Mein Glück ist ein bürgerliches. Na und?)

Es ist da!

Ich bin so aufgeregt! Nach zwei Monaten Wartezeit ist endlich meine großartige Hardware-Bestellung gekommen.  Wie schon andere angemerkt haben: Sommerzeit ist Hardwarezeit.  Aber bei Referendaren dauert eben alles noch etwas länger.  Herr Rau hat ein Arduino, kubiwahn einen Raspberry Pi – aber ich, ich habe seit diesem wunderschönen Herbsttag ein M…

Mist, der Rand dieses Blogs ist zu schmal, außerdem muss ich leider erstmal den ganzen Tag ins Seminar 😉