Wo soll ich meine Webseite hosten?

Liebe hier lesende Lehrerinnen und Lehrer,

ich bastele immer mehr Material, das ich meinen Schülern und anderen gerne zur Verfügung stellen würde: Geogebra-Arbeitsblätter, Greenfoot-Programmbeispiele, Musterlösungen für allerlei Arbeitsblätter, demnächst hoffentlich auch mal den einen oder anderen kurzen Screencast (flipped classroom light).  Und eine eigene WordPress-Installation hätte ich ja auch ganz gerne.  Und Joomla, weil ich (was zu erwarten war) auch an der Schule immer mehr bei solchen Sachen mitarbeiten darf soll werde.

Kurz: Ich möchte eine eigene Webseite.  Meine erste!  Ihr wundert euch, aber es stimmt: Ich hab noch nie eine Domain reserviert oder eine Homepage aufgesetzt.  Es gab einfach keinen Grund — an der Uni hatte ich meine persönliche Seite, musste mich aber nur darum kümmern, dass .die Lehrveranstaltungen und die Publikationsliste halbwegs aktuell waren. (Nix CMS übrigens, alles noch hübsch von Hand fluchend ins HTML-File getippt.)

Aber ihr, ihr seid doch alle in solchen Sachen Profis, web- und technikaffine Lehrer 2.0, usw.  Deshalb meine Frage an euch: Wie macht ihr das? Wo hostet ihr? Was sollte der Provider bieten? Wieviel ist euch das wert?

Mit herzlichem Dank im Voraus für eure Tipps verbleibe ich euer

embee

Vi Hart: Twelve Tones

Oh, the awesomeness:

(Unbedingt bis zum Ende ansehen!)

Ich behaupte ja immer, ich sei kein Nerd/Geek.  Aber dieses Video ist so eindeutig Teil einer bestimmten Kultur und gleichzeitig für mich so großartig, dass ich wohl doch einer sein muss.

Wie viel Arbeit und Liebe in die Entstehung des Videos geflossen ist, kann man hier nachlesen.

Goldene Zeiten, in denen Menschen so etwas produzieren und allen anderen zugänglich machen, einfach so!

Nachtrag: Salon.com schreibt zurecht: „30 minutes might seem like an eon in Internet time, but I’ve watched it twice in the last twelve hours and I don’t regret a second. ‚Twelve Tones‘ is the most deliriously and delightfully profound thing you can find on YouTube, until the next amazing video from Vi Hart comes along.“

Eleven

Ingo hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen… mein erstes Blogstöckchen! Das ist fast, als sei ich wieder vierzehn und gerade zum ersten Mal auf eine Stehbluesparty eingeladen worden. (Aber nur fast).

Genau wie ixsi muss ich aufpassen, dass ich das auch richtig mache (sonst lassen mich die großen Blogger beim nächsten Mal nicht mehr mitspielen).  Hier also nochmal die Regeln:

  1. Nenne den Stöckchenwerfer.
  2. Beantworte die elf Fragen des Stöckchenwerfers.
  3. Erzähle elf Dinge über dich.
  4. Entwirf elf Fragen, die der nächste beantworten soll.
  5. Wirf das Stöckchen an den nächsten Blogger.

Dann wollen wir mal!

1. Der Stöckchenwerfer war Ingo von Lehrzeit. Und der hatte das Stöckchen von Herrn Rau bekommen.  Wisst ihr, was die beiden, abgesehen von dieser Stöckchenkette, mit mir verbindet?  Anwort weiter unten.

2. Ingos elf Fragen und meine elf Antworten:

  1. Wenn du nicht Lehrer wärst, was würdest du dann machen?
    Tja, bis Kurzem hab ich ja noch was anderes gemacht, nämlich KI-Forschung.  Das würde ich durchaus auch wieder tun.  Noch lieber würde ich mich (vorausgesetzt ich fände eine Kiste Gold im Keller und müsste mich um die Ernährung der Familie nicht mehr sorgen) der sinnlosen Bildung widmen, der generativen Kunst und der Musik.
  2. Kaffee oder Tee Trinker?
    Kaffee. Ohne Zucker, aber mit Milch bitte. Gerne auch ohne Schaum; den finde ich überbewertet.
  3. Was ist liegt hinter/unter deinem Sofa?
    Vor allem Staub, fürchte ich.  Kinderspielzeug.  Neben meinem Bett ein Stapel halbgelesener Bücher.  Momentan viele Taschentücher (s. Frage 10).
  4. Dein bester pädagogischer Kniff?
    Ich fürchte, den muss ich mir erst noch erarbeiten.  Bei mir funktioniert im Mathe-Unterricht das Katz-Maus-Spiel toll. Kennt ihr das? Wenn nein, dann blogge ich mal demnächst drüber.
  5. Was ist dein Haustier und wenn du keins hast, welches hättest du gern?
    Nee, kein Haustier; möchte auch keins.  Frau Bee und ich sind uns da zum Glück sehr einig.  Die Kinder sind bisher auch noch nicht wirklich heiß auf Haustiere.  Bin mal gespannt, ob und wann das kommt. (Da fällt mir ein: Gerade haben wir Urzeitkrebse. Das zählt ja wohl. Und wer jetzt gerade nicht die Worte „Yps“ oder „Gimmick“ gedacht hat, der soll heimgehen; das ist hier ein Ü30-Eintrag! )
  6. Die erste Schallpatte/CD die du gekauft hast?
    Hm, ich bin nicht sicher. Könnte Gary Moore: Wild Frontier gewesen sein.  Dank Internet gerade mal wieder ein bisschen reingehört — tja, so war das halt, damals Ende der 80er, auf dem Land. Hätte aber auch noch viel schlimmer sein können.
  7. Dein Lieblingsradiosender?
    Eindeutig: Deutschlandradio Kultur.  Großartiger Sender; ich komme oft nicht aus dem Auto raus, weil ich noch weiterhören will (und weiß, dass ich das drinnen im Haus vergessen kann, weil da die Kinderschar wartet). Ganz großes Kopfkurzkino sind die Wurfsendungen.
    Honorable mention: Mein sehr guter Freund K. ist Redakteur bei SWR2.  Auch dort immer wieder ganz großartige Features, Feuilletons, Diskussionen und Rezensionen.  Ein bisschen zu eindeutig E und zu wenig U für meinen Geschmack.
  8. Was kommt immer mit, wenn du verreist?
    Bücher. Ist schön, sich dann oft an das Buch im Zusammenhang mit der Reise zu erinnern.  Ich weiß z.B. noch genau die Strände, an denen ich „Middlesex“ (Cinque Terre), „The Human Stain“ (Playa del Carmen), „A Visit From the Goon Squad“ (Malaga) gelesen habe…  Darüber, wie ich 2002 eine KI-Konferenz in der drögesten Stadt der Welt (Edmonton, Kanada) fast vollständig verpasst habe, weil ich im Cafe sitzen und erst „A Clash of Kings“ und dann „A Storm of Swords“ (best fantasy novel ever) lesen musste — darüber habe ich hier seit Monaten einen halbfertigen Blogeintrag liegen (in dem es dann v.a. um die Wichtigkeit von RSS-Feeds geht). Ah, Lesen im Urlaub…
  9. Der letzte Kinofilm den du gesehen hast?
    Django Unchained.  War gut, aber Inglorious Basterds fand ich, glaub ich, noch einen Tick besser.  Außerdem ist Django Unchained einfach eine halbe Stunde zu lang.
  10. Beende den Satz: Im Frühjahr freue ich mich darauf endlich wieder….
    …keine brennenden Augen, abwechselnd verstopfte und laufende Nase und minutenlange Niesattacken zu haben — und dann tief durchzuatmen, die Sonne und die Luft zu genießen und zu merken, dass ich im Winter nur ein halber Mensch gewesen bin.  Wie lange soll das noch so gehen, 2013?
  11. Welches Instrument spielst du oder würdest gerne spielen können?
    Ich spiele Klavier, früher mal Cello, heute dafür ein bisschen Ukulele.  Damit ist auch aufgelöst, was Herr Bartling, Herr Rau und ich gemeinsam haben: Wir sind bloggende, Ukulele-spielende, Informatiklehrer (BUSIs).

3. Erzähle 11 Dinge über dich:

  1. Als Kind hatte ich die Idee, mit dem Thema „Burg Schreckenstein“ bei Der Große Preis mitzumachen.  Damals habe ich das entweder niemandem erzählt oder es hat mich zumindest niemand darin bestärkt 😉  Manchmal liege ich so im Bett und denke, das hätten die vielleicht sogar ganz lustig gefunden und vielleicht eine Kindersondersendung gemacht oder so…  (Nuja.)
  2. Dafür wurde ich im Studium mal direkt aus der Mensa raus für Jeopardy (mit Frank Elstner) gecastet.  Sehr spannende, lustige Erfahrung.  Muss ich auch mal drüber schreiben.
  3. Ich hätte kein Problem damit, mein Leben komplett damit zu verbringen, gut gemachte Fernsehserien zu schauen.  Durchaus eklektisch: Ich war (zusammen mit der Gattin) glühender Gilmore Girls-Fan (nein, das war nicht nur für Frauen!), halte The Wire für den Großstadtroman des neuen Jahrtausends, habe keine Episode von Mord mit Aussicht verpasst und bin, wie alle, begeistert von Mad Men.  Klar, Firefly, brauchen wir ja gar nicht drüber zu reden.
  4. Ich hasse Bilderbücher, in denen Tiere vorkommen, die Kleider anhaben.
  5. Meine xkcd-Lieblingsstrip ist #552.  Brilliant!
  6. So wie Herr Rau und Herr Klinge war ich früher begeisterter Pen&Paper-Rollenspieler und v.a. -spielleiter (v.a. Cthulhu, weil da die Regeln nicht so wichtig waren).  Die beiden sind’s ja, glaube ich, immer noch — ich dagegen habe nun seit schon über 10 Jahren nicht mehr gespielt.  Sehr schade.
  7. Bei moviepilot werde ich demnächst 555 Filme bewertet haben.
  8. Ich würde eigentlich ganz gerne mal ein aktuelles Computerspiel spielen.  Die sehen alle so toll aus heutzutage.  Aber irgendwie fehlt mir die Geduld, mir dafür noch dutzende von Stunden Zeit zu nehmen.  Das letzte Spiel, das ich wirklich gespielt habe, war, glaube ich, „Day of the Tentacle“. Das ist 20 Jahre her!
  9. Zurzeit versuche ich meinem Computer die Grundlagen der Harmonielehre beizubringen.
  10. Ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt, „zurzeit“ zu schreiben.
  11. Mein dreijähriger Sohn sagt großartige Dinge, z.B. „Der Räuberberuf ist ein schwerer Beruf.“

4. Elf Fragen für den Fänger des nächsten Stöckchens

  1. Was ist/war dein liebstes Kinder-/Jugendbuch?
  2. Welches Schulfach würdest du abschaffen?
  3. Durch welches würdest du es ersetzen?
  4. Welchen berühmten Menschen würdest du gerne treffen?
  5. Was kannst du, das nur wenige Leute können?
  6. Welchen Film empfiehlst du mir?
  7. Linux, Windows, OS X? (Wenn mehrere nebeneinander, dann wie?)
  8. Kannst du ein Gedicht auswendig? Wenn ja, dann schreib es für uns Leser auf!
  9. Sollte heutzutage jeder Programmieren lernen?
  10. Was ist dein Lieblingsgericht und wie bereitet man es zu?
  11. Wie sollen wir leben?

5.  Und wer soll diese Fragen denn nun beantworten?

Wie jeder Informatiker weiß (und auch die Freunde der Telefonlawine), kommt so ein Kettenbrief bzw. Schnellball erst so richtig ins Rollen, wenn man den Verzweigungsfaktor erhöht.  Außerdem sind Regeln dazu da, gebrochen zu werden.  Also werfe ich das Stöckchen weiter an Jan-Martin Klinge vom Halbtagsblog und Marco Bakera (aka pintman).

Das war’s von mir. 11 Antworten, 11 Fakten, 11 Fragen… und zum Thema „11“ noch das:

Doodle Jump vs The Laws of Physics

Ich werde heute mit meinen Schülern Doodle Jump spielen.

Wenn dann die Doppelstunde noch nicht rum ist 🙂 reden wir darüber, wie man so ein Spiel objektorientiert umsetzen könnte. Wir steigen also in die objektorientierte Analyse ein. Das bereitet uns darauf vor, in den nächsten Wochen unser eigenes einfaches Android-Spiel in Processing umzusetzen.

Als ich gerade also zu Vorbereitungszwecken Doodle Jump auf dem schuleigenen Android Tablet installiert habe, ist mir die subtil-geniale Physik des Spiels zum ersten Mal richtig bewusst geworden: Die Spielfigur hüpft von Plattform zu Plattform, klar. Aber: Die Plattformen sind, physikalisch gesprochen, nur beim Herunterfallen fest – beim Hochspringen dagegen stellen sie für die Spielfigur keinen Widerstand dar. Man landet immer auf den Füßen, stößt sich aber nie den Kopf!

Screenshot von Doodle Jump

In welche Richtung bewegt sich die Spielfigur hier?

Etwas Unrealistischeres kann man sich kaum vorstellen: eine Welt, in der der Aggregatszustand eines Objekts davon abhängt, in welche Richtung sich ein anderes Objekt bewegt.  (Hmm, man könnte es natürlich auch – etwas einfacher – so betrachten: Der Zustand der Spielfigur ist aufwärts ein anderer als abwärts. Ändert aber nichts an der physikalischen Unmöglichkeit.)

Das Tolle daran: Im Spiel funktioniert das hervorragend. Jedes Kind begreift die physikalischen Gesetze des Spiels sofort. Sie sind so intuitiv, dass ich bei (zugegeben oberflächlichem) Suchen nirgends auch nur eine Erwähnung, geschweigedenn Diskussion dazu gefunden habe.*

Brilliantes Game Design!  Und wir sehen mal wieder: Dem erfinderischen Geist ist alles möglich – gerade in der Welt der Informatik, die sich jeder macht, wie sie ihm gefällt.

Mal sehen, was meinen Schülern so einfällt… Sie haben mich mit ihrer Kreativität beim Programmieren schon einige Male begeistert!

* Die deutsche Wikipedia-Seite zu Doodle Jump diskutiert aber in sehr seltsamer Diktion einige andere physikalische Vereinfachungen im Spiel. Die „unendliche Multitudo an Geschosskugeln“???